United Against Waste ruft zu Motivallianzen auf

Bern/Basel - Der Basler Verein United Against Waste hat am Focus Food Save 2026 am 24. Juni im Kursaal Bern gezeigt, wie Motivallianzen konkret aussehen könnten. So sollten etwa Potenziale von Nebenströmen genutzt und Marketingstrategien nicht nur auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.

(CONNECT) United Against Waste hat an seinem Focus Food Save 2026 für die Schliessung der Lücken im Lebensmittelkreislauf plädiert. Der veranstaltende Basler Verein stellte zur Diskussion und zeigte auf, wie die Reduktion von Verschwendung in der Lebensmittelbranche verankert werden kann. Dafür will United Against Waste laut seiner Mitteilung die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen vernetzen und sogenannte Motivallianzen schmieden, die über isolierte Massnahmen hinausgehen. Sie sollen auch konkrete Handlungsanreize darstellen, etwa für bessere Klimabilanzen, gesündere Produkte und marktfähige Innovationen.

„Food Save soll nicht nur über Nachhaltigkeit funktionieren“, erklärt Markus Hurschler, der Geschäftsleiter United von Against Waste, „sondern auch über ökonomische Anreize, Gesundheit und konkrete Konsumentenbedürfnisse. Die zentrale Frage lautet: Wie produzieren wir gesündere, bessere Produkte und reduzieren gleichzeitig Lebensmittelverluste?“

Bei der Veranstaltung wurde als Beispiel auf ein Projekt der Groupe Minoteries aus Valbroye VD verwiesen, die aus anfallenden Nebenströmen wie Apfeltrester, Weizenkleie oder Schalen von Gelberbsen funktionale Zutaten herstellt. Silvia Zingale von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, machte deutlich, dass Food Waste nicht nur verlorene Kilogramm Lebensmittel bedeutet, sondern auch verlorene Nährstoffe, und damit eine verpasste Chance für gesündere und ressourcenschonendere Produkte. Zudem sollten die verursachten gesamtgesellschaftlichen Kosten bei der Kostenrechnung sichtbar gemacht und berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Johanna Gollnhofer, Direktorin des Instituts für Marketing und Customer Insight an der Universität St.Gallen, stellte in ihrer Keynote heraus, dass die Form der Kundenansprache Produkte aus ihrer Nische holen könne. Ihre Botschaft: Wer die breite Masse erreichen will, sollte nicht primär über Nachhaltigkeit sprechen, sondern den konkreten Nutzen aufzeigen. Denn Geschmack, Gesundheit, Einfachheit, Qualität und Preis seien häufig wirksamere Kaufmotive als moralische Argumente. Food Save-Produkte müssten deshalb nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern vor allem im Alltag überzeugen. ce/mm