Kreislauf-Kopf des Monats

Vom Waisenlamm zur Kreislaufkosmetik

Als Karin Lanz ein Waisenschaf mit der Flasche aufzieht, entdeckt sie die pflegenden Eigenschaften von Lanolin. Heute entwickelt sie mit LANUR Kosmetik auf Basis dieses natürlichen Rohstoffs und verfolgt dabei das Ziel, Produkte von Anfang an kreislauffähig zu gestalten.

«Von der Berührung mit dem Fell des Schafs bekam ich die schönsten Hände, die ich je hatte», beschreibt Karin Lanz den Ursprung ihrer Geschäftsidee. Die Pflege des verwaisten Lamms Betty wurde für sie zum Ausgangspunkt ihrer Reise in die Welt der Kreislaufwirtschaft. Mit ihrer Kosmetikmarke LANUR verfolgt sie einen ambitionierten Anspruch: Schönheitspflege soll luxuriös, wirksam und ästhetisch sein und gleichzeitig so entwickelt werden, dass weder Mensch, Tier noch Umwelt Schaden nehmen.
Beim täglichen Kontakt mit Bettys Fell bemerkte die ehemalige Fernsehmoderatorin die pflegende Wirkung des natürlichen Wollfetts Lanolin. Karin Lanz beschloss, den seit Jahrtausenden bekannten Rohstoff verantwortungsvoll zu nutzen. «Ich fragte mich, ob sich dieser natürliche Rohstoff vom Schaf zu mir bringen lässt – luxuriös, attraktiv und ohne dabei Mensch, Tier oder Umwelt zu schaden. So hat alles angefangen.»

Die Verpackung kam vor dem Produkt

Während viele Kosmetikmarken mit einer Rezeptur starten, begann Karin Lanz bei der Verpackung. Sie wollte die Reinheit des Produkts über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg schützen. Die Herkunft der Rohstoffe sollte nachvollziehbar sein und die Verpackung am Ende wieder in einen Kreislauf zurückgeführt werden können. Der Weg dorthin war anspruchsvoll. Monomaterialien statt Verbundstoffe, neue Polymere statt etablierter Lösungen und zahlreiche Tests machten aus einer Verpackung ein mehrjähriges Entwicklungsprojekt. Dabei stiess Karin Lanz mit ihrem konsequent kreislauffähigen Ansatz zunächst auf Skepsis. «Ich habe nie nach dem Preis gefragt, ich wollte immer die Sicherheit des Produktes und die beste Qualität. Besonders herausfordernd war die Zeit bis zur ersten Zertifizierung.» Am Ende gelang es, eine Verpackung zu kreieren, die restlos in die biologischen Kreisläufe zurückgeschickt werden kann.

Kreislaufwirtschaft lebt von Beziehungen

LANUR entstand nicht im Alleingang. Für Karin Lanz ist Kreislaufwirtschaft ein Netzwerk aus Produzent:innen, Verpackungsentwicklung, Kosmetikexpertise und Duftherstellung. Gerade diese enge Zusammenarbeit sieht sie als Schlüssel für Innovation. Statt Komponenten anonym aus Katalogen zu beziehen, setzt sie auf persönliche Beziehungen zu ihren Geschäftspartner:innen. Sie will wissen, wer hinter einem Rohstoff oder einem Produkt steht, wie gearbeitet wird und woher die Materialien stammen. Besonders deutlich wurde dieser Ansatz bei der Entwicklung des Duftes. Gemeinsam mit dem Schweizer Familienunternehmen LUZI entstand eine Komposition, die hochwertig riecht und gleichzeitig den Anforderungen der Cradle-to-Cradle-Denkschule entspricht. Diese verfolgt das Ziel, Materialien so einzusetzen, dass sie nach ihrer Nutzung wieder vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückkehren können. Der Duft entstand durch konsequente Reduktion: Schritt für Schritt wurden Stoffe ausgeschlossen, die den Anforderungen an Kreislauffähigkeit, Ressourcenschonung oder Gesundheit nicht genügten.

Aus dem Waschwasser ins Pflegeprodukt

Der eigentliche Wirkstoff des Produktes, das Lanolin, ist bereits ein sogenannter Sidestream: Es fällt beim Waschen von Schurwolle an. Beim Abschöpfen ist besondere Vorsicht gefragt, damit der wertvolle Rohstoff die gewünschte Qualität hat. Damit solche Stoffströme funktionieren und auch eine Zertifizierung möglich ist, müssen Unternehmen genau wissen, welche Materialien sie einsetzen und woher diese stammen. Nur so lassen sich Rohstoffe korrekt ausweisen, weitergeben und im Kreislauf halten. «Der Schlüssel zur wirklichen Kreislaufwirtschaft und zum Kreislaufdenken ist totale Transparenz.» Kreislaufwirtschaft sei deshalb weit mehr als ein ökologisches Konzept. Sie sei Ausdruck von Verantwortung gegenüber den verwendeten Rohstoffen, den beteiligten Menschen und kommenden Generationen. Und dies alles ohne den Verzicht auf luxuriöse Pflegeprodukte.

Unser Videospotlight gibt dir noch einen tieferen Einblick – insbesondere auch in die Kreation des Duftes.

Hier findest du weitere Informationen über LANUR. Das Produkt wird in exklusiven Kleinmengen produziert, es gibt keine grossen Lagerbestände. Bis Ende Juni reicht der Vorrat noch, danach kannst du dich auf der Warteliste eintragen, damit du auf dem Laufenden bist, wann die nächsten Tranchen in den Verkauf kommen.

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