ReUse im Bau: Studie belegt das Potenzial von Wiederverwendung als neuen Standard

Weniger als 1 % der Bauteile in der Schweiz werden nach einem Rückbau wiederverwendet – trotz des enormen Potenzials für Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Eine neue Studie von Cirkla im Auftrag von BaselCircular zeigt, wo die Baubranche heute steht, welche Hindernisse ReUse bremsen und wie die Wiederverwendung im Bau als neuer Standard Fuss fassen kann.

ReUse als Beitrag zu mehreren Nachhaltigkeitszielen

Die Wiederverwendung von Bauteilen senkt CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen deutlich. Die Studie zeigt, dass ReUse ein wirksamer ökologischer Hebel im Bausektor ist und sich die Branche in der Schweiz zunehmend vom Pilotstadium in Richtung Massenanwendung bewegt. Treiber sind wachsende Projekterfahrung, digitale Tools, neue regulatorische Vorgaben sowie ambitionierte Klimastrategien wie «Netto-Null 2037» in Basel-Stadt.

«ReUse ist keine Utopie mehr, sondern ein zentraler Hebel der Bauwende. Jetzt gilt es, Hindernisse abzubauen und ReUse in die breite Praxis zu führen», sagt Sarah Ackermann, Hauptautorin der Studie bei Cirkla.

Kosten, Mindset, Haftung und Logistik als Bremse

Trotz zahlreicher Pionierprojekte wird das Potenzial von ReUse noch nicht ausgeschöpft. Laut Studie liegen die grössten Hürden in höheren Kosten durch Mehraufwand bei Planung, Rückbau und Lagerung, einem tief verankerten Neu-ist-besser-Mindset, offenen Haftungs- und Versicherungsfragen, fehlenden Standards im Rück- und Wiedereinbau sowie Lücken bei Logistik und Fachkompetenz.

Top-Massnahmen für die nächsten Jahre

Die Studie identifiziert eine Reihe von besonders wirkungsvollen Massnahmen, um ReUse zu stärken. Dazu gehören finanzielle Förderung von Potenzialanalysen und Bauteilinventarisierung, die Verankerung von ReUse-Leistungen in Rückbau-Leistungsverzeichnisse sowie strengere Vorgaben für CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch bei Neubauten. Hinzu kommen Haftungs- und Garantiefragen, eine Ausbildungsoffensive sowie Verfahren zur Qualitätssicherung und Standardisierung wiederverwendeter Bauteile.

«Mit gezielten, praxistauglichen Schritten kann ReUse zum neuen Standard im Bauwesen werden. Dies stärkt primär die regionale Wertschöpfung und senkt gleichzeitig auch den Verbrauch von Primärressourcen», erklärt Carole Tornay, Geschäftsleiterin von BaselCircular.

Die Studie können Sie hier herunterladen.

Die zentralen Erkenntnisse in einer Kurzversion finden Sie hier.

Präsentation an der Swissbau 2026

Die Studie wird an der Swissbau am 23. Januar 2026 von 11:00–12:00 Uhr in der Arena vorgestellt und im Rahmen eines Panels mit Expert:innen diskutiert. (Programm & Anmeldung)
Interessierte sind herzlich eingeladen und können sich für kostenlose Eintritte direkt bei BaselCircular (hello@baselcircular.ch) melden.

Über die Studie

Die Studie wurde von Cirkla im Auftrag von BaselCircular und in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und Intep erstellt. Sie umfasst eine Entwicklungsanalyse der letzten fünf Jahre, einen Katalog mit 39 empfohlenen Massnahmen sowie eine Kosten-Wirkungsabschätzung. Link zur Studie

Über BaselCircular

BaselCircular ist eine Public-Private-Partnership des Kantons Basel-Stadt und der Eckenstein-Geigy Stiftung. Das Programm unterstützt Unternehmen in Basel dabei, kreislauffähige Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen.

Über Cirkla

Cirkla ist die Dachorganisation der Wiederverwendungsakteur:innen in der Schweiz. Der Verein fördert die Wiederverwendung von Baumaterialien, stärkt Netzwerke und sorgt für Wissenstransfer im Bereich zirkuläres Bauen. www.cirkla.ch

Medienkontakte

Sarah Ackermann (Cirkla): sarah@cirkla.ch, 044 578 11 20

Stephanie Csendes (BaselCircular): stephanie.csendes@baselcircular.ch, 078 250 33 52