Parinati Tamboli und Bruna Ideias brachten die Idee, industrielle Materialabfälle für ihr Design zu nutzen mit. Die Idee wurde in 54 Stunden von einem Team weiterentwickelt. Material, das an Messen oder in Ausstellungen verwendet und dann entsorgt wird, soll als Ressourcen dienen. Mit dieser Business-Idee wählte sie die Jury zu den Gewinnerinnen des zweiten Startup Weekends zur Kreislaufwirtschaft.
Was war Eure Ausgangsidee und wie entwickelte sie sich weiter?
Parinati Tamboli (PT): Als Designerinnen sehen wir täglich, wie viele Materialien nach Ausstellungen oder Messen entsorgt oder verstaut werden – obwohl sie noch voll nutzbar sind. Gerade im Ausstellungsbereich wird für jedes Projekt neu gebaut, während bestehende Objekte im Lager verschwinden oder weggeworfen werden.
Bruna Ideias (BI): Genau das wollen wir ändern: Wir wollen diese Materialien weiter verwenden und ihnen ein zweites Leben geben. Das ist unsere gestalterische Idee als Designerinnen. Das war der Ausgangspunkt, die Kernidee. Sie war ziemlich grundsätzlich. Ursprünglich dachten wir einen Hub, wo Industrieabfälle in einem gemeinschaftlichen Modell weiterverarbeitet würden. Erst im Laufe des Wochenendes entwickelte sich die Idee weiter.
PT: Ich hatte schon oft mit Museen und Messen gearbeitet. Dieses Potenzial kam uns in den Sinn, als in unserem Team die Skalierbarkeit und Fragen zur finanziellen Machbarkeit im Raum standen.
Was brachte Eure Idee entscheidend weiter?
BI: Der entscheidende Moment war, dass unser Team mit Leuten mit ganz unterschiedlichem Knowhow erweitert wurde. Neben uns als Designerinnen kamen Leute dazu, die sich mit Business Development, Marketing und Sales auskennen. In den Mentoring-Sessions wurden uns plötzlich sehr konkrete Fragen gestellt – zu Umsetzung, Zielgruppe oder Geschäftsmodell. Da wurde schnell klar: Unsere erste Idee war spannend, aber noch nicht greifbar genug.
PT: Das war teilweise auch ernüchternd. Viele Ansätze haben sich als schwer skalierbar herausgestellt. Aber genau das war wichtig. Der Wendepunkt kam kurz vor dem Final Pitch, als wir den Fokus auf Ausstellungen und Museen gelegt haben. Die anderen im Team hatten viele kritische Fragen, mit der Fokussierung auf diese Materialquelle holten wir sie ab und ihre Augen funkelten. Damit arbeiteten wir enthusiastisch weiter. Plötzlich war klar, wie das Ganze funktionieren kann – auch wirtschaftlich.
BI: Das war wohl die wichtigste Erkenntnis: Ohne die Perspektive von Business und Markt bleibt eine Idee oft einfach eine Idee. Erst durch diese Realitätsebene wird sie umsetzbar.
Was war das Startup Weekend für eine Erfahrung für euch – und wer sollte daran teilnehmen?
PT: Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie schnell eine Idee konkret wird, wenn Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Innerhalb von 54 Stunden bekommt man Feedback, stellt Annahmen in frage und merkt, ob eine Idee wirklich trägt. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Ideen früh zu teilen und nicht nur mit sich rumzutragen.
BI: Ich war ohne grosse Erwartungen gestartet – und wollte am Anfang nicht einmal pitchen. Aber die Energie vor Ort war extrem motivierend. Man kommt in diesem Umfeld sehr schnell ins Handeln und bekommt direkt Reaktionen auf die eigene Idee.
Ich würde eine Teilnahme am Startup Weekend insbesondere auch jenen empfehlen, die noch unsicher sind mit ihrer Idee. Man bekommt in kurzer Zeit Klarheit, Feedback und oft auch ein Netzwerk, mit dem man weiterarbeiten kann.
Einen Eindruck der Stimmung und der Energie am Startup Weekend in Basel vermittelt dieses Video:
Die Erfinderinnen von «Salvage Studio» werden ihre Geschäftsidee nun weiterverfolgen. Der Triumph am Startup Weekend bringt ihnen unter anderem ein Coaching über 18 Monate ein. Sie sind entschlossen, ihre Geschäftsidee umzusetzen. Sie weisen bereits Erfahrung mit ihrem Designstudio «Buntli» auf, mit dem sie auch an der Blickfang präsent waren.
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