«Braucht es das überhaupt noch? Und was machen wir mit den Abfällen?» Solche Fragen beschäftigen Thomas Bloch seit Jahren. 1991 stieg er mit knapp 22 Jahren in den Familienbetrieb ein. Eigentlich wollte er lediglich drei Monate aushelfen. Doch sein Vater fiel aus und Thomas Bloch musste von heute auf morgen Verantwortung für die Druckerei mit ihren vier Mitarbeitenden übernehmen. Wirtschaftlich stand der Betrieb unter Druck. «Für mich waren die ersten zehn Jahre ein nacktes Überleben.» Zunächst galt es, den Betrieb am Laufen zu halten, die Rechnungen zu bezahlen und die nächste Woche zu sichern. Erst nach dieser schwierigen Zeit habe er den Blick nach vorne richten und beginnen können, seine eigenen Vorstellungen umzusetzen. Aus der kleinen Druckerei entwickelte sich über die letzten Jahre die heutige blochgruppe mit verschiedenen Unternehmen in den Bereichen Druck, Medien und Kommunikation. Vorangetrieben habe ihn dabei vor allem eines: Bestehendes immer wieder zu hinterfragen. Dass dabei auch der Umgang mit Ressourcen eine zentrale Rolle spielt, liegt für ihn auf der Hand. «Kreislaufwirtschaft heisst besser machen. Das Bestmögliche machen», sagt Thomas Bloch.
Viele Ideen kommen aus dem Team
Verbesserungen beschränken sich für Thomas Bloch nicht auf grosse Investitionen. Oft sind es alltägliche Abläufe, bei denen sich Ressourcen effizienter einsetzen lassen. So stellte ein Mitarbeiter fest, dass bei bestimmten Aufträgen unnötig viel Material verbraucht wurde. Die Suche nach der Ursache führte zu Doppelspurigkeiten im Bestellprozess. «Viele Ideen im Haus, die uns vorwärtsgebracht haben, kamen von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern», sagt Thomas Bloch.
Auch bei der Infrastruktur zeigt sich diese Haltung. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem die Abfallentsorgung und die Druckluftversorgung zentralisiert, Wärmerückgewinnung umgesetzt, Abfälle in neue Produkte umgewandelt und ein Gebäude im Minergie-P-Standard realisiert. Papierstaub wird heute zu Pellets verarbeitet, die wiederum für die Fernwärmeproduktion eingesetzt werden.
In der margenschwachen Druckbranche müsse sich eine nachhaltigere Lösung auch wirtschaftlich tragen. Thomas Bloch betrachtet dabei nicht nur die unmittelbaren Kosten, sondern die langfristige Perspektive. Ein Gebäude beispielsweise werde schliesslich für mehrere Jahrzehnte gebaut. Auch bei neuen Technologien verfolgt die blochgruppe einen abwägenden Ansatz: Die Verantwortlichen informieren sich früh über neue Möglichkeiten, warten mit einer Investition aber auch zu, wenn dies sinnvoll erscheint. «Man muss nicht immer der Erste sein», sagt er. Etwas später könne eine Technologie bereits ausgereifter und wirtschaftlich attraktiver sein.
Die nächste Generation denkt weiter
Seit sieben Jahren arbeitet auch Sohn Gabriele Bloch im Unternehmen. Damit ist die vierte Generation im Familienbetrieb angekommen. Für Gabriele Bloch gehört nachhaltiges Handeln noch selbstverständlicher zum unternehmerischen Denken. «Wenn eine nachhaltige Lösung nur etwas mehr kostet oder nur eine Veränderung im Prozess bedeutet, fragen wir uns: Warum machen wir es nicht gleich nachhaltig?»
Nach der Diversifizierung der vergangenen Jahre sieht Gabriele Bloch den nächsten Entwicklungsschritt zunehmend bei den Dienstleistungen: Wie lässt sich die Kundschaft so beraten, dass ressourceneffiziente Angebote gewählt werden? Wo können unnötige Prozessschritte und Umwege vermieden und so schliesslich auch der Kundschaft eine ressourceneffizientere Lösung angeboten werden?
Für Thomas Bloch verändert der Einstieg seines Sohnes auch den eigenen Blick auf die Zukunft. «Mein Sohn hat mir Zeit geschenkt.» Die Frage der Nachfolge sei geklärt, der Druck sei weg. Heute diskutieren Thomas und Gabriele Bloch darüber, wo das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren stehen könnte. Was Thomas Bloch seinem Sohn weitergeben möchte, ist weniger eine fertige Lösung als eine Grundhaltung. Er beschreibt sie mit dem Bild von grossen Schuhen: Wer in engen Schuhen steckt, bleibt beim Gewohnten, obwohl er weiss, dass es nicht optimal funktioniert. Grosse Schuhe dagegen bedeuten, Neues zu wagen, auch wenn noch nicht absehbar ist, ob es funktioniert. Diesen Weg hat Thomas Bloch immer wieder gewählt. Gabriele Bloch führt diesen Gedanken weiter: Bestehendes hinterfragen, Möglichkeiten erkennen und dort Veränderungen vornehmen, wo sie sinnvoll sind und neues Entwicklungspotenzial für die Firma besteht.
Mehr über die blochgruppe erfährst du auf deren Firmenwebseite.
Den Newsletter mit guten Kreislaufwirtschafts-Beispielen verschicken wir monatlich. Hier kannst du ihn abonnieren.