(CONNECT) Forschende haben auf einer Abschlussveranstaltung des FutuRaM-Projekts die Ergebnisse der bisher umfassendsten Bewertung der europäischen urbanen Mine präsentiert. FutuRaM ist ein von Horizont Europa gefördertes Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung und UK Research and Innovation. Die Studie ergab, dass Rückgewinnungssysteme Europa bis 2050 die Rückgewinnung von jährlich 4,1 bis 5,7 Millionen Tonnen kritischer Rohstoffe ermöglichen könnten. Dies könnte laut einer Mitteilung bis zu 56 Prozent von Europas Bedarf an kritischen Rohstoffen decken und gleichzeitig jährlich bis zu 273 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.
Urbane Minen sind Materialbestände und Abfallströme mit einem riesigen, ungenutzten Reservoir an Metallen und Mineralien, die für saubere Energie, digitale Technologien und die moderne Industrie benötigt werden. Im Rahmen des FutuRaM-Projekts wurden 42 kritische Rohstoffe kartiert, die in Altprodukten, Industrieabfällen und abgerissener Infrastruktur in der EU27+4 (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Schweiz, Island und Norwegen) enthalten sind. Die Projektdaten sind nun über das digitale Instrument urbanmineplatform.eu verfügbar, welches die Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen in den europäischen Abfallströmen visualisiert. Gemeinsam mit dem FutuRaM-Abschlussbericht bietet die Plattform einen Leitfaden zu Sekundärrohstoffen für die EU27+4-Länder.
„Das Substitutionspotenzial liegt bei bis zu 33 Prozent unter den üblichen Bedingungen, bei bis zu 47 Prozent mit verbesserten Rückgewinnungssystemen und bei 56 Prozent im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft, sofern die Qualität der Sekundärrohstoffe mit der von Primärrohstoffen vergleichbar ist“, heisst es in der Mitteilung. Damit könnte Europas Abhängigkeit von importierten Materialien verringert werden und die Versorgungssicherheit für Schlüsseltechnologien gestärkt werden.
Um das Potenzial nutzen zu können, müsse die Rentabilität von Wiederverwertungsprojekten in Europa verbessert werden. Zudem müsse in eine optimierte Abfallsortierung und mechanische Aufbereitung oder Demontage sowie in innovative Wiederverwertungstechniken investiert werden. ce/nta