An einem Beispiel erklärt es sich einfach: Sechs Monate nach dem Einzug wächst ein Unternehmen schneller als erwartet. Es folgen neue Mitarbeitende und damit neue Anforderungen an die Büroräumlichkeiten – und schon passen die Möbel nicht mehr. Was also tun: neue anschaffen, die alten einlagern oder entsorgen?
Für Katharina Döring von der Rent.Group liegt die Lösung auf der Hand: (Auch) Büroausstattungen kann man mieten statt sie zu kaufen. «Warum sollte man etwas kaufen, wenn man es auch mieten kann?», sagt sie. «Besitz bindet, Nutzung schafft Flexibilität»; gerade in dynamischen Arbeitswelten werde das immer entscheidender. Beim Mieten bleiben Produkte im Kreislauf. Sie werden immer wieder genutzt, ihr Lebenszyklus verlängert sich, Ressourcen werden geschont und CO2-Emissionen reduziert. Gleichzeitig profitieren auch die Kund:innen: «Man bekommt maximale Flexibilität, wenn man mietet, statt zu kaufen», so Katharina Döring.
Nachhaltigkeit, die sich rechnet
Das Modell ist nicht nur für Unternehmen ein Business, es hat auch für die Kundschaft finanzielle Vorteile: Statt hohe Investitionen zu tätigen – etwa für Hunderte Bürostühle – zahlen Unternehmen monatliche Mietkosten genau für die benötigte Anzahl und können ihr Kapital anderweitig einsetzen. Für Katharina Döring ist zentral, dass nachhaltiges Handeln auch mit wirtschaftlichem Erfolg übereinstimmt.
Die Rent.Group lebt dieses Prinzip seit Jahrzehnten, also lange bevor Kreislaufwirtschaft zum Begriff wurde. Heute treibt Katharina Döring das Thema als Geschäftsführerin der Rent.Group mit 30 Standorten in elf europäischen Ländern voran. Sie beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie sich Ressourcenschonung und wirtschaftlicher Erfolg noch besser verbinden lassen.
Langlebigkeit und Modularität als Schlüssel
Damit Produkte möglichst lange im Umlauf bleiben, sollen sie von Anfang an entsprechend konzipiert werden: langlebig, modular und reparierbar. Ein Stuhl etwa wird so gestaltet, dass Sitzschale und Untergestell getrennt ersetzt werden können. Das spart Ressourcen und vereinfacht Reparaturen. Selbst beschädigte Teile werden aufgearbeitet, etwa mit speziell entwickelten Materialien zur Ausbesserung.
Wenn ein Produkt nicht mehr reparierbar ist, erhält es ein zweites Leben. So entstehen aus Stuhlgestellen beispielsweise Loungetische. Erst nach mehrmaliger Nutzung oder Umnutzung steht – wenn nötig – das Recycling. Durch dieses System kann die Rent Group den Produktlebenszyklus von Produkten verdreifachen und die CO2-Emissionen entsprechend reduzieren.
Dienstleistung inklusive
Neben Unternehmen nutzen auch Privatpersonen das Angebot. Für Feste oder Anlässe kann vom Besteck bis zum Pizzaofen alles gemietet werden. «Warum also nicht mieten und es sogar schmutzig zurückgeben?», sagt Katharina Döring. Egal ob nach dem kleinen, privaten Fest oder nach dem grossen Unternehmens-Event: Reinigung und Aufbereitung der gemieteten Produkte übernimmt die Rent.Group, der Aufwand für Kund:innen bleibt auf diese Weise minimal.
Politische Rahmenbedingungen verbessern
Katharina Döring sieht bei allen Vorteilen auch Herausforderungen: Einerseits müsse das Wissen intern über alle Standorte hinweg aufgebaut und laufend erweitert werden, andererseits fehle oft noch das Bewusstsein in der Gesellschaft. Politische Massnahmen könnten das Mieten attraktiver machen, beispielsweise indem der Mehrwertsteuersatz auf gebrauchte Produkte gesenkt wird.
Gleichzeitig erkennt Katharina Döring einen Wandel, besonders bei jüngeren Generationen. Eigentum verliere bei jungen Menschen tendenziell an Reiz, während flexible Nutzung an Attraktivität gewinne. Das sei eine grosse Chance für die Kreislaufwirtschaft.
Katharina Dörings Ziel ist ambitioniert: «Every item shared.» Eine Wirtschaft, in der Produkte im Umlauf bleiben und immer wieder genutzt werden. Das sei nicht nur eine Vision, sondern ein notwendiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft. «Ich möchte dafür sorgen, dass auch die nächsten Generationen den Planeten so erleben dürfen, wie ich ihn heute erlebe.»
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