Drei Tage, um aus einer Idee eine zirkuläre Lösung zu entwickeln: Beim Startup Weekend Circular Basel arbeiten Teilnehmende in Teams an neuen Geschäftsideen für die Kreislaufwirtschaft. Innerhalb eines Wochenendes werden aus ersten Ansätzen konkrete Geschäftsmodelle, die zum Abschluss vor einer Jury präsentiert werden.
Am Freitagabend war Rootain noch die Idee eines Einzelnen. Am Sonntagabend stand ein fünfköpfiges Team auf dem ersten Platz. Dazwischen lagen intensive Diskussionen, Mentoring-Sessions und ein Geschäftsmodell, das sich innerhalb eines Wochenendes stark weiterentwickelte.
Den Ausgangspunkt lieferte Colino: Er brachte die Idee mit, Cassava-Schalen, die beispielsweise in Nigeria als Reststoff anfallen, für eine neue Anwendung zu nutzen. Gemeinsam mit Nargiz, Alain, Janfried und Mihail entwickelte er daraus Rootain. Das Ziel: zu untersuchen, ob sich aus den Schalen eine Beschichtung entwickeln lässt, die bestimmte Funktionen von PFAS übernehmen und Unternehmen eine Alternative zu diesen Stoffen bieten könnte. Die Idee überzeugte die Jury: Rootain gewann den ersten Platz.
Colino, eure Idee beginnt mit einem Abfallstoff aus Cassava-Schalen. Was wollt ihr daraus machen?
Colino: Wir wollen einen Reststoff nutzen, der heute weggeworfen wird: die Schalen der Cassava-Wurzel, wie sie beispielsweise in Nigeria anfallen. Wir möchten untersuchen, ob sich daraus ein Beschichtungsmaterial entwickeln lässt, das bestimmte Funktionen von PFAS übernehmen kann.
Für uns ist das insbesondere mit Blick auf den europäischen Markt interessant. Unternehmen stehen unter regulatorischem Druck und suchen nach Möglichkeiten, PFAS zu ersetzen. Genau dort wollen wir mit Rootain ansetzen: einen bisher ungenutzten Reststoff als Ausgangspunkt für eine neue Anwendung nutzen und daraus eine Alternative zu PFAS-haltigen Beschichtungen entwickeln.
Wie habt ihr das Startup Weekend erlebt und was hat euch weitergebracht?
Alain: Es war intensiv. Wir hatten viel zu tun und haben gleichzeitig enorm viel gelernt. Besonders eindrücklich war für mich zu sehen, wie sich unsere Idee in so kurzer Zeit weiterentwickelt hat. Wenn ich unseren Stand vor dem ersten Mentoring mit dem Konzept nach der letzten Session vergleiche, ist ein deutlicher Unterschied sichtbar. Wertvoll war vor allem der Blick von aussen. Das Feedback von Menschen mit viel Business-Erfahrung sowie auch von Personen, die unser Projekt kaum kannten, hat uns weitergebracht.
Janfried: Die Mentor:innen haben uns beispielsweise dabei geholfen, eine wichtige Frage zu klären: Welchen Bereich der Supply Chain wollen wir mit unserem Beschichtungsmaterial bedienen? Das hat uns geholfen, unseren Fokus zu schärfen.
Nargiz: Durch mein Studium im Business-Bereich kannte ich das Konzept eines Start-ups bereits. Am Wochenende konnte ich aber erleben, wie man eine Idee gemeinsam konkretisiert und für den Markt positioniert. Das Mentoring hat uns geholfen, Lücken in unserem Geschäftsmodell zu erkennen, Annahmen zu hinterfragen und unser Konzept spezifischer zu machen.
Mihail: Gerade bei neuen Materialien muss man genau prüfen, ob die Zahlen auch unter ungünstigen Annahmen noch stimmen. Deshalb haben wir Annahmen entwickelt und die Kosten für die verschiedenen Beteiligten abgeschätzt. Das ist grundlegend, um beurteilen zu können, ob eine Lösung überhaupt realisierbar und am Ende auch rentabel ist.
Colino: Unser Team war einfach unglaublich! Die Herausforderung war allerdings zuerst, dieses Team zusammenzustellen. Wir sind fünf Menschen mit unterschiedlichen Stärken und mussten erst herausfinden, wie wir diese am besten für das Projekt einsetzen. Am Ende hat genau dieses Zusammenspiel funktioniert. Dadurch konnten wir im Laufe des Wochenendes eine Formel entwickeln, mögliche Umsätze berechnen und ein solides Geschäftsmodell ausarbeiten.
Vom Siegerprojekt zur marktfähigen Lösung: Wen braucht Rootain jetzt an seiner Seite?
Colino: Als Nächstes müssen wir ins Labor. Wir wollen an der Extraktion arbeiten und testen, ob unser Ansatz in der Praxis funktioniert. Dafür brauchen wir einen Laborpartner, der uns bei diesem nächsten Entwicklungsschritt unterstützt.
Nargiz: Ebenfalls wichtig sind Unternehmen, die sich für unsere Idee interessieren, ihre Produktion verändern möchten und nach Möglichkeiten suchen, PFAS zu ersetzen. Der Austausch mit solchen Unternehmen würde uns helfen, die Anforderungen aus der Praxis besser zu verstehen.
Auch die Begleitung durch Mentor:innen möchten wir gerne fortsetzen. Wir stehen noch am Anfang und können von Menschen profitieren, die uns helfen, die nächsten Schritte richtig zu setzen.
Colino: Unser Ziel ist es, jetzt herauszufinden, wie wir Rootain möglichst schnell vom Konzept in Richtung Markt bringen können.
Save the Date: Das nächste Startup Weekend Circular Basel findet vom 12. bis 14. März 2027 statt.

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