Drei Fragen an…

Javier Sánchez über weniger Plastik in der medizinischen Diagnostik.

GreenCheck zeigt, wie medizinische Schnelltests zu 98 % plastikfrei auskommen und warum der Weg zu nachhaltigerer Diagnostik nicht nur eine Frage der Technologie ist.

Medizinische Schnelltests sind zwar klein, doch in Kliniken und Spitälern kommen grosse Mengen davon zum Einsatz. Entsprechend summiert sich auch der Verpackungsabfall. GreenCheck setzt genau dort an: Das Unternehmen ersetzt den Kunststoff in der Testverpackung durch Karton. Javier Sánchez, CEO von GreenCheck, erzählt, wie das junge Unternehmen entstanden ist, welchen Unterschied das neue Verpackungskonzept macht und weshalb nachhaltigere Lösungen allein noch keinen Wandel garantieren.

Wie funktioniert GreenCheck konkret?

Bei GreenCheck ersetzen wir die herkömmliche Plastikverpackung eines Tests weitgehend durch Karton. Der Teststreifen selbst und die Transferklebefolie enthalten weiterhin Kunststoff, insgesamt ist das Produkt aber zu 98 Prozent plastikfrei. Dabei schauen wir nicht nur auf das Material: Das Holz für den Karton stammt aus Europa, wir setzen auf möglichst kurze Produktionswege und arbeiten bei der Herstellung mit einer Eingliederungsstätte zusammen.

Wie nachhaltig und wirtschaftlich ist GreenCheck?

Dass GreenCheck ökologisch einen Unterschied macht, wollten wir nicht nur behaupten, sondern mit Zahlen belegen. Deshalb wurde im Rahmen von Innosuisse eine Lebenszyklusanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen gegenüber der konventionellen Lösung deutliche Einsparungen: 90 Prozent weniger Klimaauswirkungen, 80 bis 85 Prozent weniger Energieverbrauch und 90 Prozent weniger Wasserverbrauch.

Genauso wichtig ist für uns aber die Wirtschaftlichkeit. GreenCheck ist preislich konkurrenzfähig mit konventionellen Produkten. Denn die Erfahrung zeigt: Nachhaltigkeit ist für viele Kund:innen ein Argument, solange die nachhaltigere Alternative nicht mehr kostet. Wenn sich eine Lösung langfristig am Markt durchsetzen soll, muss deshalb beides stimmen.

Eine Herausforderung bleibt die Entsorgung. Da die Tests nach Gebrauch kontaminiert sein können, müssen auch unsere Tests verbrannt werden und können nicht recycelt werden. Umso wichtiger ist es für uns, bereits bei der Herstellung möglichst wenig Kunststoff einzusetzen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Aktuell führen wir Gespräche mit potenziellen Kund:innen im Veterinärbereich und sehen dort Interesse. Gleichzeitig wollen wir den verbleibenden Plastikanteil weiter reduzieren und neue Anwendungsbereiche erschliessen. Ein besonderer Herzenswunsch wären Malaria- und HIV-Tests für Länder und Regionen, in denen eine funktionierende Abfallverbrennung nicht selbstverständlich ist. Dort könnte die Reduktion von Plastik einen zusätzlichen gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen schaffen.

Die vielleicht grösste Herausforderung ist allerdings die Akzeptanz. Kliniken und Spitäler arbeiten mit etablierten Produkten und Prozessen. Sie von einer neuen Lösung zu überzeugen, braucht Zeit. Wir haben gemerkt, dass wir uns mit Themen wie Nachhaltigkeit teilweise noch in einer Bubble bewegen. Innerhalb dieser Bubble ist die Motivation gross – ausserhalb davon ist das Interesse, diesen Schritt zu gehen, noch deutlich geringer.

👉 Hier geht’s zur Website von GreenCheck.

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