(CONNECT) Laut einer Studie eines Forschungsteams der Universität Genf (UNIGE) wird die Wirkung kleiner Klimaschutzmassnahmen überschätzt, während die Wirkung grösserer Massnahmen unterschätzt wird. Zu den am stärksten überschätzten Massnahmen zählen Recycling, die Verwendung von recycelten Materialien, der Kauf energieeffizienterer Haushaltsgeräte, die Verbesserung der Wärmedämmung und Telearbeit. Die Studie stellt klar, dass diese Massnahmen zwar nützlich sind, ihre Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen jedoch relativ begrenzt bleiben.
Andere Massnahmen werden dagegen stark unterschätzt: auf Flugreisen verzichten, ohne Auto leben oder auf ein Elektroauto umsteigen sowie Strom aus erneuerbaren Energien wählen. „Die Bevölkerung unterschätzt oft die Auswirkungen von Veränderungen, die weitaus entscheidender sind“, heisst es in der Mitteilung. „Je spontaner uns eine Massnahme in den Sinn kommt, desto eher neigen wir dazu, sie als wirksam einzuschätzen.“
Das Forschungsteam wird von Mario Herberz geleitet, einem Postdoktoranden am Labor für Verbraucherentscheidungen und nachhaltiges Verhalten der UNIGE. Es befragte fast 3000 Personen zu den Auswirkungen von 32 Massnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Laut Herberz hat das Forschungsteam „analysiert, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die positiven Auswirkungen dieser Massnahmen einschätzen, wenn sie von einer Durchschnittsperson umgesetzt werden“. ce/gp